* Persönlichkeitsentwicklung – wo fängt sie an und wo hört sie auf? *

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* Als Vorwarunung: Hierbei handelt es sich um einen langen Text, der mir sehr am Herzen liegt *

Persönlichkeitsentwicklung – wo und auch wann fängt sie an und kann ich irgendwann mal sagen „so jetzt bin ich damit fertig!“? Eine spannende Frage, der ich sonntags morgens im Bett begegnete. Meine Gedanken und Gefühle dazu möchte ich mit euch teilen:

Als erstes dachte ich über das Wort „Persönlichkeitsentwicklunng“ nach. In den vergangenen Jahren bin ich diesem Wort so oft begegnet. Aber was heißt das überhaupt? Persönlichkeit so weiß ich mittlerweile stammt von „Persona“ aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie „etwas tönt hindurch“. Beim Wort „Entwicklung“ erschien mir das Bild einer kleinen süßen verspielten Katze, die mit einem bunten Wollknoll durch die Wohnung tollt und diesen anfänglichen dicken Wollknollen durch ihre Verspieltheit immer und immer mehr abrollt durch die Wohnung verteilt und tausende von Wollfäden den Boden der Wohnung inkl. der Tische, Stühle und weiterer Wohngegenstände kreuzen und sozusagen fesseln. Die Katze entwickenlt diesen Wollknollen so lange und mit soviel Begeisterung, dass schon bald von diesem dicken Wollknoll nichts mehr zu sehen ist. Nur durch die Wohnung ziehen sich unzählige Wollfäden und hängen an allem möglichen fest. Die Katze hat die Wolle sozusagen „ent-rollt“ bzw. „ent-wickelt“.

Manch einer von euch mag vielleicht noch ein hölzernes Spinnrad aus vergangenen Zeiten kennen. Sei´s aus Omas Keller oder dem Fernsehn. Vielen wird dazu sicherlich auch das Märchen von Dornröschen einfallen. Denn die Wolle, mit der das kleine süße Kätzchen gespielt hat, wurde auf einem solchen Spinnrad, zumindest wenn es in der vergangenen und nicht in der heutigen industriellen Zeit gespielt hat, mithilfe einer Spindel auf dem Spinnrad gewoben.

Und diese Spindel, auf der sich jetzt viele einzelne dünne Wollfäden befinden ist für mich ein schönes Sinnbild, um Persönlichkeitsentwicklung begreifbar zu machen. Die aus wundervollem Holz geschnitzte Spindel stellt in diesem Bild die Persönlichkeit dar. Durch die vielen Wollfäden, die diese so schöne Spindel umwickeln, ist niemand mehr in der Lage die Schönheit der Spindel überhaupt zu erkennen. Alles dreht sich um die Wolle, die sich auf dieser Spindel befindet. Die Wolle steht für mich für all die alten Muster, Glaubenssätze und Prägungen unseres Umfelds in dem wir groß gewoden sind und uns quasi „aufgewickelt“, also unsere Wolle auf die Spindel gewickelt, haben. Kaum jemand wird wohl das Glück gehabt haben, mit purer Liebe und ohne jeglichem Ego aufgewachsen und nicht erzogen worden zu sein. Um zu Überleben und darüber hinaus auch noch gemocht und geliebt zu werden, haben wir uns als Kind Strategien angeeignet. In diesen Momenten war das für uns als Kind sicherlich gut und hilfreich aber wir haben uns immer mehr von unserer wahren Natur, unserem wahren Kern entfernt. Wollten wir verrückt sein, hüpfen und toben, die Welt als riesengroßes Abenteuer sehen, wurde es uns verboten weil es gerade unsere Aufgabe war in der Schule zu sitzen und auf das zu hören, was uns der Lehrer vorne erzählte und versuchte beizubringen. Besonders schlimm, wenn es ein Fach war, mit dem wir uns so gar nicht identifizieren konnten und wussten, dass wir dies niemals für unser Leben brauchen werden. Wir hatten nicht die Chance aufzustehen, zu gehen, zu machen was wir wirklich wollen und unser Leben so zu leben wie wir es gerade für richtig halten. Nur ein kleines Beispiel wie wir uns nach und nach immer mehr auf unserer damals noch leeren wunderschönen Spindel mit immer mehr Wollfäden „aufgewickelt“ haben.

Haben uns unsere Freunde oder sogar Eltern mal das Gefühl gegeben, dass sie uns nur lieben, wenn wir z.B. immer nett lächeln und höflich sind, so haben wir dieses so gut beim Gegenüber ankommende Verhalten auf unserer Spindel „aufgewickelt“. Wir wussten also, dass uns alle mögen und lieben wenn wir lächeln, höflich sind und wurden so zu Menschen, die allem und jedem gefallen wollen. Wir haben das gemacht, was der andere von uns erwartet ohne unsere eigenen Bedürfnisse noch zu spüren. Die Spule wurde immer und immer mehr hinter der Wolle versteckt. Da gab es vielleicht Freunde, die uns nur mochten, wenn wir cool waren und nicht über unsere Gefühle sondern über andere gesprochen haben und das in einem nicht liebevollen Ton. Welche Chance hat ein Kind in dieser Situation. Mitlästern und sich darauf einlassen oder alleine darstehen. Nicht viele haben hier den Mut und verstehen, dass das nicht die Freunde sind, die unser Leben bereichern. Für unsere Spindel bedeutete dies allerdings, immer mehr hinter den vielen Wollfäden zu verschwinden bis diese irgendwann gar nicht mehr zu sehen war. Eine traurige Geschichte der Spindel, die ja unserer Persönlichkeit verkörpert. Aber es gibt wie in jeder Geschichte die Hoffnung auf ein Happyend.

Unsere Spindel wurde also Jahre mit vielen tausenden von Wollfäden (d.h. Glaubenssätze und Muster unserer Familie, Peergroups etc.) bewickelt. Und irgendwann merken wir, dass wir uns nicht mehr so wohl fühlen wie wir es z.B. mal als kleines Kind getan haben. Da gibt es Momente an die wir uns erinnern wie wir z.B. auf Bäume oder Dächer geklettert sind oder unbeschwert auf der Schaukel geschaukelt und den Morgen mit dem Sommertau und dem wundervollen Duft des gerade wach werdenden Morgens und dem Vogelgezwitscher genossen haben. Ohne Gedanken wie „was muss ich heute denn noch alles erledigen …“ „Wie plane ich meinen Tag…“.

Wir waren einfach und das an einem wundervollen Sommermorgen vor langer langer Zeit.

Als Kind scheint es noch so leicht „im Hier und Jetzt“ zu sein. Als Erwachsen ist das schwerer. Den Moment zu genießen bei all den Verpflichtungen und Aufgaben die der Tag so mit sich bringt. Volle Terminplaner mit all den schönen oder weniger schönen Terminen lassen so manchen Erwachsenen hasten. Dazu dann noch Überstunden, viele Stunden auf voll befüllten Straßen, die Verpflichtungen für die Familie oder Freunde. Wieviel Zeit bleibt da noch, um Zeit mich sich selbst zu verbrigen. Fastfood an der nächsten Dönerbude, Pizza, Pommes und ab vor den Fernseher. Ein Alltag, den so mancher sicherlich kennt wenn er ehrlich ist. Wenn uns freie Zeit bleibt, lenken wir uns ab. Freunde und Feiern, Alkohol, Fun und Vergnügen, Einkaufen, Konsumieren. Sobald ein ungutes Gefühl in unserem Körper aufsteigt greifen wir Menschen gerne zur Ablenkung und davon gibt es so einiges. Das hat unser System in dem wir Leben erkannt und produziert immer mehr verführerische Dinge und wir glauben der Besitz von Haus, Auto und all dem Materiellen würde uns Glücklich machen. Ein Teufelskreis, denn daraus folgt mehr Arbeit, um mehr Geld zu verdienen, um dann wieder für einen Moment Glücklich zu sein. Aber das nur durch einen Umstand im Außen und das nur für einen sehr kurzen Moment. Im inneren bleibt unserer Persönlichkeit, unsere Spindel, weiter mit den abertausenden von Fäden umwickelt und noch schlimmer: die Gefahr ist groß, dass sie sich immer weiter aufwickelt. Weiter und Weiter.

Aber irgendwann und das kennen in unserer Zeit auch immer mehr Menschen geht es nicht mehr weiter. Die Spindel ist so vollgewickelt, dass kein einziger Faden mehr darauf passt. Sie ist prall gefüllt und mag so nicht mehr weiter machen. Spätestens dann haben wir die Chance unsere Augen zu öffnenen, durch die Pause die sich unser Körper bspw. durch eine Krankheit nimmt, haben wir die Möglichkeit zu hinterfragen. Unsere Gewohnheiten und unser Verhalten gegenüber anderen Menschen aber auch gegenüber uns selbst. Unsere Lebensweise zu hinterfragen. Die Art und Weise zu hinterfragen, wie wir mit der Natur und den Tieren umgehen oder lang von uns bewährte Gewohnheiten und Handlungen zu hinterfragen, die zuvor immer selbstverständlich waren, weil wir es einfach so von unserer Familie, unseren Freunden, Lehrern etc. übernommen haben. Gibt es vielleicht noch andere Möglichkeiten, von der uns zuvor noch niemand erzählt hat, die uns aber viel mehr entspricht?

Und hier beginnt die „Persönlichkeits-entwicklung“. Mal unfreiwillig wie bei der Spindel auf die einfach kein einziger Faden mehr passt und einfach aufgibt. Oder aber – und das ist definitiv die chamantere Variante – schon davor. Das passiert beispielsweise wenn unsere wunderschöne Holzspindel nie aufgegeben hat an uns zu glauben und immer wieder versucht hat sich trotz der vielen Wollfäden auszudrücken. Sie hat nicht aufgehört, nicht resigniert und weiter laut gerufen und geschrien, dass sie nicht mehr bewickelt werden möchte, dass es sie unglücklich macht, dass sie nicht mehr so sein kann wie sie wirklich ist. Sie hat immer Hoffnung gehabt, dass wir erkennen, wie wundervoll, rein und liebevoll sie ist. Diesen Ruf zu hören und sich der „Ent-wicklung“ hinzugeben ist oft ein harter aber so lohnenswerter Weg zurück zur wahren Natur, zurück zur reinen, aus wundeschönen Holz, geschnitzte Spindel.

Persönlichkeitsentwicklung beginnt, so habe ich zumindest die Erfahrung gemacht, oft unbewusst. Sie beginnt damit, dass wir langjährige Verhaltensmuster hinterfragt und verändert. Wenn ich an mein Leben zurückdenke so war eine unbewusste Änderung meines Essverhaltens mit damals 16 Jahren sicherlich auch sehr entscheident für meinen weiteren Lebensverlauf und meinen persönlichen Prozess der „Ent-wicklung“. Hier habe ich ein Stück der Wolle von meiner Spindel entrollt und kam meinem Kern näher. Es war für mich damals ein sicherlich traumatisierendes Ereignis, dass mein geliebtes Pflegepferd Sonni geschlachtet wurde. Ich erinnere mich noch heute zu gut an den Tag, an dem ich wusste, dass sie gerade verladen wird, mit dem Hänger unterwegs auf die andere Seite des Rheins ist, um dort mit einem Bolzenschuss in den Kopf getötet und auseinandergeschnitte zu werden. Noch heute fühle ich Gänsehaut und bin den Tränen nahe, wenn ich mich an diesen Tag in meiner Jugend erinnere. Ich musste es irgendwie verarbeiten. Darüber sprechen war für mich kein Weg. Das musste ich mit mir selbst zu dem Zeitpunkt ausmachen. So habe ich an diesem Tag, an dem sie erschossen wurde, Fotos angeschaut und viel geweint. Ich habe eine „Goodbye Sonni Collage“ gestaltet und meine Trauer auf diese Art und Weise halbwegs versucht zu verarbeiten. So konnte ich im Herzen bei ihr sein, als sie auf dem Weg in den Tod war. Was ich mir an diesem Tag in meinem Zimmer vor dieser Collage versprach war, dass ich nie nie niemals wieder in meinem Leben Tiere essen würde. Das ich es nicht verstehe, wie wir als Menschen über das Schicksal dieses wunderbaren Pferdes bestimmen können und es nicht nur töten sondern auch noch respektlos auseinandernehmen und schlimmstenfalls mit Genuss verspeisen und Seifen, Shampoos und Dinge die ich mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen konnte, daraus verarbeiten. Mir gruselte es vor dem Gedanken meine Sonni ggf. in einer Fleischrolle zu verspeisen oder mir mit ihr die Hände zu waschen und mich danach auch noch sauber zu fühlen. Ein absoluter Wiederspruch in meinen Augen. Und ab diesem Tag änderte sich so einiges. Es war mein Start ins Erwachen, mein „Ent-wickeln“ hatte begonnen.

Das was sonst so normal und lecker war, war auf einmal fies und ekelig und ich konnte gar nicht verstehen, warum das nicht alle so sahen. Auch nicht meine Eltern, andere Erwachsene, die doch in meinen Augen immer die Wahrheit sagen, Weise sind und wissen was sie tun.Warum hatte mir vorher nie einer erklärt was ich da eigentlich esse? Heute weiß ich, dass Sonni mir durch die Art und Weise ihres Todes so viel für mein Leben mit auf den Weg gegeben hat und bin ihr Dankbar für dieses Geschenk und fühle immer noch die Verbundenheit mit ihr, besonders wenn ich meine Gedanken hier schreibe.

Was ich mit diesem Beispiel sagen will ist, dass ich durch dieses Ereignis damals unbewusst angefangen habe meine Spule abzurollen, mich zu „ent-wickeln“. Damals hatte ich null Ahnung, was diese für mich kleine Änderung, meines Essverhalten, bewirkte. Es hatte und hat noch heute große Folgen auf meinenen weiteren Lebensverlauf. Was ich mit Abstand betrachtet sagen kann und sehr interessant finde ist, dass ich es als Kind immer schon erschreckend schlimm in Metzgereien fand. Die Fleischtheke im Supermarkt schon immer, wenn es nur irgendwie ging, gemieden habe und falls mir die Verkäuferin hinter der Wursttheke eine Fleischwurst mit lachendem Gesicht angeboten hat, ich diese nur aus Höflichkeit angenommen habe. Welcher Mensch so frage ich mich heute, hat sich einfallen lassen, eine tote Kuh, ein totes Schwein, Huhn oder anderes Tier zu verarbeiten, dieses in Scheiben zu schneiden und ihm dann am Ende ein lachendes Gesicht zu geben? Ein absoluter Wiederspruch, eine Unwahrheit, die ich als Kind bereits gespürt habe und wusste, dass da etwas nicht stimmt. Was genau nicht stimmte wusste ich erst ein paar Jahre später. Meine Spindel rief mir zu, dass ich vorsichtig sein soll. Dadruch, dass es aber normal war in meiner Familie ein Kotellet oder ein halbes Hähnchen zu essen, wusste ich als Kind gar nicht, dass ein Leben ohne Fleisch auch möglich ist. Die Spule und ihre Schreie bekamen dann endlich vollstes Gehör, als ein schlimmes Ereignis, nämlich der Tod meines geliebten Pferdes, in mein Leben trat. Ein Beispiel an dem erkennbar ist, dass schlimme Erlebnnisse dazu führen können, dass ein Prozess der „Ent-wicklung“ stattfindet und wahnsinnig Fahrt aufnimmt. Und das unbewusst.

Wo und wann fängt Persönlichkeitsentwicklung also an und wo und wann hört sie auf?

Für mich fängt Persönlichkeitsentwicklung in unserem Herzen an. Wenn wir uns Zeit für uns selbst nehmen, zur Ruhe kommen, unseren Fernseher einmal Fernseher sein lassen und stattdessen z.B. in die Natur gehen und uns von ihrem Wunder verzaubern lassen. Das Schöne um uns herum sehen können und uns selbst die Chance geben ehrlich und aufrichtig in uns hineinzuhorchen. Zu Fühlen, welche Gefühle sich in mir verbergen und wie es mir selbst gerade überhaupt geht. Kann ich das überhaupt warhnehmen oder schreit da nur etwas in meinem Kopf was mich hetzen will und mir sagt, dass ich schnell nach Haus muss, weil ich noch putzen, waschen, die Kinder versorgen und arbeiten muss. Uns wieder auf das besinnen, was für uns Menschen natürlich ist, denn auch wir sind Teil der Natur, auch wenn der ein oder andere das gar nicht mehr zu glauben vermag. Sich die Frage zu stellen, wo komme ich überhaupt her und was ist für mich als Menschen überhaupt „artgerecht“. Bei Tieren besonders Pferden beobachte ich oft die Diskussion, wie man Pferden ein artgerechtes Leben ermöglichen kann. Unfassbar schwer in dieser Welt. Aber wie steht es mit uns Menschen. Ist es unsere Natur so digital vernetzt zu leben wie wir es heute sind? Straßen aufzureißen, um noch schnellere Leitungen in die Erde zu legen? Fabriken zu bauen die Unmengen von schlimmen unnatürlichen Dingen in die Luft pusten, nur damit wir immer und immer mehr Komfort erfahren? Wälder und Wiesen zu zerstören, um Paläste aus Beton zu bauen und darin zu wohnen? Ist das eine artgerechte Menschenhaltung? Natürlich ist es schön gut zu leben und jeder sollte es sich gut gehen lassen. Aber wäre hier weniger nicht oft mehr? Hätten unsere Sinne nicht soviel Ablenkung und soviele äußerliche Reize, wäre es dann nicht viel einfacher den Weg zum eigentlichen Kern zu finden?

In unserere heutigen Welt ist Entwicklung meines Empfinden nach kein leichter Weg. Aber es ist der Weg, der sich lohnt. Und ja es gibt Wiederstände es gibt viel Schmerz, Trauer und Ängste, die wir eigentlich meiden und daher manchmal denken „hätten wir diesen Weg mal nicht begonnen zu gehen“. Und einmal begonnen, so merke ich, dass es kein Zurück mehr gibt. Unsere Spindel hat Hoffnung geschöpft indem sie gesehen hat, dass sie Wollfäden gehen lassen kann. Sie wird stärker und stärker und ihre Rufe werden lauter und lauter und ob wir wollen oder nicht – wir werden ihren Rufen folgen und uns auf unseren Weg machen. Uns nicht mehr mit Glaubenssätzen und Mustern identifizieren, die eigentlich gar nicht zu uns gehören. Uns nicht mehr von anderen Menschen und/oder den Medien beeinflussen lassen. Wir finden unsere eigenen Werte, finden zu unseren Bedürfnissen und bekommen somit auch wieder Zugang zu den eigenen Träumen. Haben die Möglichkeit zu der Leichtigkeit zurückzufinden, an die wir uns vielleicht noch wage aus unseren Kindheitstagen erinnern. Hören den Ruf und folgen ihm.

Wir „ent-wickeln“ unsere Spindel oftmals Jahre um Jahre, was auch normal ist, wenn wir uns besinnen, wieviel Jahre sie damit verbracht hat sich richtig schön dick und rund zu bewickeln. Aber ihre Rufe, die Rufe unserer Persönlichkeit, tönen immer mehr hindruch. Kommen immer besser bei uns an und wir schenken ihr Gehör und nehmen die Rufe immer Ernster. Und dann kommt der Tag, da gibt es nur noch wenige Fäden und das Holz unserer Spindel wird sichtbar und der Tag kommt an dem sich keine Wollfäden mehr auf der Spindel befinden. Und wow, schauen wir uns die Spinden an, staunen wir. Denn das Holz der Spindel ist immer noch genau so wundervoll und rein, wie es damals war. Die Wollfäden haben unsere Spindel zwar gut verborgen aber sie haben ihr nicht ihre Schönheit genommen. Sie strahlt immer noch in so reinem Holz wie an dem Tag, wo sie mit viel Liebe von Hand aus bestem Holz geschnitzt wurde.

Was ich damit sagen will ist, dass es sich lohnt! Es lohnt sich den Weg der Persönlichkeitsentwicklung zu gehen. Deinen Weg zu gehen, mit all den vielen Tälern. Aber es werden auch mal Hügel folgen, aus denen Gebirge und Berge werden und irgendwann stehst du auf einem Berg und guckst auf deinen Weg. Und du wirst auf diesem Gipfel des Berges stehen und einfach nur sein. Bei dir sein. Tiefe Dankbarkeit und Demut vor dem Leben spüren und wissen, dass all die Dinge, die dir in deinem Leben wiederfahren sind, genau richtig waren, um heute hier stehen und sein zu dürfen. Du wirst stolz sein, dass deine wahre Persönlichkeit, deine wundervolle Spindel, nie aufgegeben hat an dich zu glauben und du dich zu dem Menschen entwickelt hast, der du heute bist.

Und damit komme ich zu der Frage, wann ich sozusagen mit der Persönlichkeitsentwicklung „durch“ bin? Wann sie sich fertig entwickelt hat und ob das überhaupt geht?

Auf diese Fragen habe ich keine konkrete Antwort. Nur ein Hoffnung die ich in mir trage. Und zwar ist es die Hoffnung, dass die Reise zur eigenen Perönlichkeit die eigene „Ent-wicklung“ nie endet. Es ist so spannend und begeistert mich sehr, auch wenn ich oft Durststrecken erlebt und diese verflucht habe. Naja aber vielleicht hoffe ich doch auf ein Ende, zumindest in diesem Leben, kurz bevor es über in eine andere Welt geht. Ich möchte ein Bild, dass mir mein Herz gerade schenkt, dazu mit euch teilen:

Es ist das Bild einer alten grauhaarigen Frau, die summend in der Hängematte sitzt. Umgeben von vielen Blumen und Schatten spendenden Bäumen, die Bienen summen und die Vögel zwitschern. Der Igel kommt aus seinem Versteck gekrochen und der Kautz lädt mit seinem Ruf die Nacht ein. Und die kleine alte grauhaarige Frau denkt an all das Erlebte in ihrem Leben zurück an all ihre „Ent-wicklungen“, die mal Ängste und Schmerz und dann auch viel Zuversicht, Lebensfreude, Vertrauen, Wunder und Liebe brachten. Und dann lässt sie all dies los, alle vergangenen Erlebnisse, all das Liebgewonne und all die lieben Menschen mit denen sie Momente in ihrem Leben verbringen durfte. Sieht nur noch die friedvolle Nacht die ihr an einem Sommerabend geschenkt wird, hört das Rascheln des Igels im Laub und den Flügelschlag des Kautzes, riecht noch den unverwechselbaren und innig geliebten Duft des Sommerabends, schmeckt noch die Kräuter, die sie vor einigen Stunden gesammelt, zum Tee aufgesetzt und dann getrunken hat und fühlt das Kitzeln des Windes auf ihrem Gesicht. Ein friedvolles Lächeln zeigt ihr Vertrauen und ihre Liebe. So lässt sie sich tragen vom Wind – irgendwohin.

Ich wünsche mir von Herzen, dass sich immer mehr Menschen mutig aufmachen. Aufmachen und ihre Wolle von der Spindel „abrollen“, sich „ent-wickeln“. Der Katze folgend, die dies mit soviel Begeisterung und spielerischer Leichtigkeit angeht, um am Ende die Schönheit ihrer wahren Persönlichkeit zuzulassen, diese zu entdecken und sie zu leben.

Ich spüre tiefe Dankbarkeit für all die Erfahrungen, die ich bereits sammeln durfte und Danke DiR von Herzen, dass DU dir die Zeit genommen habt, dies zu lesen und mich somit auf meinem Weg ein Stück zu begleiten!

Alles Liebe für DICH! Deine Sonja

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